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Jahrestagungen
2010
Wissenschaftliche Leitung: PD Dr. Holger Zaunstöck (Frankesche Stiftungen zu Halle) zusammen mit Dr. Wolfgang Savelsberg (Kulturstiftung DessauWörlitz)
Programm – Einladung – Postkarte
Die Niederlande und der mitteldeutsche Kulturraum waren im 17. und 18. Jahrhundert durch intensive Austauschprozesse auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft eng mit einander verflochten: Dynastie und Politik, Religion und Philosophie, Wissenschaft und Buchkultur, Gartentheorie, Kunst und Architektur und anderes mehr. Diese Beziehungen sind in den zurück liegenden Jahren in konkreten Themenbereichen und unter spezifischen Fragestellungen in den Blick genommen worden: etwa im Fokus auf Schloss und Park Oranienbaum oder die Sozialkonzepte August Hermann Franckes und des hallischen Pietismus. Dies ordnet sich in die weiter greifende Beobachtung ein, dass den niederländisch-deutschen Wechselbeziehungen insb. seit den 1990er Jahren überhaupt verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt worden ist; zuletzt insb. im Bereich der Literaturwissenschaft und der Zeitgeschichte. Die Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission 2010 wird sich in dieses Gesamtfeld einfügen und im Blick auf den mitteldeutschen Raum, hier insb. auf das Bundesland Sachsen-Anhalt bezogen, neue Wege gehen und Horizonte erschließen. Denn durch die Kooperationsstruktur zwischen der Dessau-Wörlitz-Kommission, der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und den Franckeschen Stiftungen zu Halle wird erstmals eine über die Institutionen hinausgreifende Fachkompetenz zusammen geführt, um ein für die Kulturgeschichte unseres Bundeslandes und der mitteldeutschen Kulturlandschaft zentrales Kapitel interdisziplinär und auf internationaler Ebene zu thematisieren und zu erschließen. Dies wird durch einen grundlegenden Ansatz unter Anwendung des Kulturtransferkonzepts strukturiert, in dem auf verschiedene Weise und mit unterschiedlichen thematischen Gegenständen nach den wechselseitigen Austauschprozessen zwischen den Niederlanden und Mitteldeutschland zwischen der Mitte des 17. Jahrhunderts und dem Ende des Alten Reiches um 1800 gefragt wird. Diese Vorgehensweise verspricht mehrere synergetische und produktive Effekte: Wichtige Einzelthemen können einerseits intensiv diskutiert, und anderseits mit differenten Arbeitsfeldern verknüpft werden. Spezialisten verschiedener Fächer kommen miteinander ins Gespräch und werfen unterschiedliche Perspektiven auf konkrete Themen und fragen nach den verbindenden historischen Prozessen. So entsteht jenseits der Einzelthemen eine Metaebene, auf der Kulturtransferprozesse zwischen diesen beiden für die europäische Geschichte zentralen Regionen überblickend und Thesen bildend diskutiert werden können. Auf diese Weise wird die Tagung einen wichtigen Beitrag zum Verständnis nicht nur der prägenden niederländischen Einflüsse in Mitteldeutschland bzw. Sachsen-Anhalt sowie auf europäischer Ebene leisten. Sondern sie wird ebenso versuchen, zum ersten Mal ein über die Einzelthemen hinausgehendes Gesamtbild dieser Einflüsse in der mitteldeutschen Kernregion des Alten Reiches in einem Bezugsfeld Halle / Brandenburg-Preußen – Oranienbaum / Anhalt-Dessau – Leipzig / Kursachsen anzugehen. Dies wird realisiert durch vier thematisch strukturierte Sektionen – Religion und Toleranz │ Printkultur │ Reisekulturen – Wissenskulturen │ Kunst und Garten (Architektur) –, denen ein überblickender Eröffnungsvortrag voran gestellt ist. Um den internationalen und interdisziplinären Charakter der Tagung, aber auch deren Bedeutung für die innereuropäische Kultur der Gegenwart zu unterstreichen, haben sich die Veranstalter dazu entschlossen, zudem einen Festvortrag einzubauen, zu dem ein bedeutender holländischer Schriftsteller der Gegenwartsliteratur eingeladen werden wird.
Programm – Einladung – Postkarte
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