Neuerscheinung: "Nützt es dem Volk, betrogen zu werden? Eine Debatte zur Politik der Aufklärung"
Neu erschienen in der Reihe "Wege der Aufklärung"
Elisabeth Décultot, Daniel Weidner (Hg.):
Nützt es dem Volk, betrogen zu werden? Eine Debatte zur Politik der Aufklärung,
Basel: Schwabe 2026 (Wege der Aufklärung, Band 3)
«Nützt es dem Volk, betrogen zu werden?» – Schon die Zeitgenossen sahen diese 1780 von der Berliner Akademie veröffentlichte Preisfrage als epochemachend und schockierend. Der vorliegende Band fragt, ob der Wettbewerb als Höhepunkt, Wendepunkt oder Tiefpunkt der Aufklärung verstanden werden kann. Ausgelöst wurde damals eine lebhafte Diskussion, in der die politischen Implikationen der Aufklärung verhandelt wurden. Ob die Aufklärung und die Regierungen wirklich gemeinsame Interessen verfolgten? Ob erstere durch Täuschung geschützt werden müsse? Ob letztere durch Täuschung kompromittiert werden?
Es zeigt sich die zunehmende Skepsis gegenüber der Aufklärung am Ende des 18. Jahrhunderts, und es treten die Ambivalenzen und Spannungen zutage, die sie prägen: die prekäre Position der deutschen Aufklärung, die den Kampf gegen Vorurteile mit der Unterordnung unter die staatliche Obrigkeit verband, das zweideutige Verhältnis der Aufklärung überhaupt zum «Volk», ihr Glaube an die Macht der Wahrheit und ihr Zweifel daran. Die Diskussion ist auch heute aktuell angesichts einer Krise der Öffentlichkeit und eines sich verschärfenden Streites um den politischen Wert der Wissenschaft, in dem oft explizit Bezug auf die Aufklärung genommen wird.
Der Band beruht auf der im März 2023 am IZEA durchgeführten, gleichnamigen Tagung.
Mit Beiträgen von Elisabeth Décultot und Daniel Weidner, Hans Adler, Martin Urmann, Richie Robertson, Bertrand Binoche, Rainer Godel, Daniel Dumouchel, Sebastian Engelmann, Jean-Alexandre Perras, Tim Friedrich Meier, Andrea Kern, Celine Spector, Harald Bluhm, Daniel Fulda, Axel Rüdiger und Elias Buchetmann.
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