Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Siegel

Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung

Das IZEA gehört zur Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und befasst sich als Forschungseinrichtung zur Kultur- und Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts mit der Aufarbeitung einer Epoche, in der die Fundamente der modernen westlichen Gesellschaften gelegt wurden.

Forschungen zum 18. Jahrhundert

Das Forschungsprogramm umfasst Forschungs- und Editionsprojekte zur Universitäts-, Gesellschafts- und Kommunikationsgeschichte des 18. Jahrhunderts, zu den Feldern Anthropologie, Ästhetik, Kultur- und Wissenstransfer, Gelehrtenkultur und literarische Repräsentationsformen, zur Entwicklung von Kulturmustern, zu Aufklärung in globaler Vernetzung sowie zum Gartenreich Dessau-Wörlitz.

Im Zentrum der deutschen Frühaufklärung

Seinen Sitz hat das IZEA in der 1896 erbauten Roten Schule, in dem früher die Höhere Mädchenschule der Franckeschen Stiftungen untergebracht war. Das IZEA beherbergt eine öffentliche Bibliothek mit Quellen- und Forschungsliteratur zur regionalen und europäischen Aufklärung. Ebenfalls im Gebäude befinden sich jeweils eine Arbeitsstelle der Alexander von Humboldt-Professur für Neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer sowie des Immanuel-Kant-Forums.

Aufklärungsforschung international vernetzt

Dank der exzellenten Bibliothek, der einschlägigen Editionsprojekte wie auch der geographischen Nähe zu wichtigen historischen Schauplätzen der Aufklärung mit ihren reichen Archiv-, Bibliotheks- und Kunstbeständen und der Kooperation mit bedeutenden Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen zählt das IZEA heute zu den international wichtigsten Forschungsinstituten zur Aufklärung und ist Anlaufstelle für Wissenschaftler aus aller Welt.

Hof und Verwaltung des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau (1758-1817). Struktur, Personal, Funktionalität

Projektleiter: Paul Beckus

Projektbeschreibung

Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1758–1817) galt seinen Zeitgenossen als Ideal eines aufgeklärten Herrschers. Heute weitgehend unbekannt, gehörte Fürst Franz zu den populärsten Regenten des späten Alten Reiches. Einen Namen machte er sich nicht nur als Förderer der Künste, sondern ebenso der praktischen Wissenschaften im Bereich der Landwirtschaft, der Sozialfürsorge und besonders der Pädagogik. Mittelpunkt seines Schaffens waren das Schloss und der Landschaftsgarten Wörlitz. Trotz des regen Forschungsinteresses am Gartenreich Dessau-Wörlitz blieben die herrschaftlichen Strukturen bisher weitgehend unberücksichtigt. So gilt Fürst Franz als ein Herrscher, der das höfische Leben ablehnte und sich stattdessen mit einem verbürgerlichten Freundeskreis umgab. Dieser Kreis gilt zugleich als Motor seines Reformwerks. Einschlägige Studien zum Hof und den Landesbehörden, die diese Sicht bestätigen, fehlen allerdings.

Zum ersten Mal wird im vorliegenden Buch das höfische Umfeld des Fürsten rekonstruiert. Dabei stehen nicht nur der Hofstaat im Mittelpunkt, sondern auch die zentralen Verwaltungsbehörden des Landes und die personellen Netzwerke innerhalb der herrschaftstragenden Eliten.

Publikation

Paul Beckus: Hof und Verwaltung des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau (1758–1817). Struktur, Personal, Funktionalität (Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts, 9), Halle 2015.

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