Dessau-Wörlitz-Kommission (DWK)
Das Fürstentum Anhalt-Dessau war im 18. Jahrhundert Schauplatz einer alle Lebensbereiche erfassenden Reformbewegung. Als ein Muster praktizierter Aufklärung entstand u.a. das Gartenreich Dessau-Wörlitz, das seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.
Die Dessau-Wörlitz-Kommission zur Erforschung und Pflege des Dessau-Wörlitzer Kulturkreises konstituierte sich 1967 an der Martin-Luther-Universität unter dem Patronat des Rektors sowie des Oberbürgermeisters von Dessau-Roßlau und hat seit 2000 ihren Sitz im IZEA. Ihr gehören Vertreter der Kulturstiftung DessauWörlitz, Repräsentanten des öffentlichen Lebens sowie zahlreiche Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fachdisziplinen an. Die Kommission arbeitet daran, das Ensemble kultureller Leistungen in Dessau-Wörlitz im Zeitalter der Aufklärung wissenschaftlich zu erschließen und in interdisziplinäre Forschungsdiskussionen einzubinden.
Die Jahrestagungen werden an historischen Schauplätzen mit wechselnden Themenschwerpunkten ausgerichtet und sowohl von der Aufklärungs- und Gartenforschung als auch von einer interessierten Öffentlichkeit wahrgenommen.
Zur Geschichte der Dessau-Wörlitz-Kommission
Während die DDR die Parks in Anhalt-Dessau im Wesentlichen als Naherholungsgebiete im Chemiearbeiterbezirk Halle angesehen und entsprechend gefördert hat, begann sich Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre der Wahl-Dessauer Erhard Hirsch zunächst im Alleingang um die im 18. Jahrhundert gelegten ideellen Grundlagen dessen, was wir heute als „Gartenreich“ bezeichnen, zu kümmern.
Er stieß zunächst Widerstand, entsprach die Pflege des Werkes eines Fürsten doch nicht den ideologischen Vorstellungen der DDR. Doch Erhard Hirsch gab nicht auf, er bemühte sich um Mitstreiter an der Universität, wo es gelang, u. a. die Professoren Hans-Joachim Mrusek, Hans-Lothar Kölling, Kurt Mothes und Thomas Höhle für die Mitarbeit zu gewinnen. Um diese Bemühungen zu institutionalisieren, wurde auf Anregung von Erhard Hirsch 1967, zum 150. Todestag des Fürsten Franz, die „Dessau-Wörlitz Kommission zur Erforschung und Pflege des Dessau-Wörlitzer-Kulturkreises“ (DWK) gegründet.
Zum einen kümmerte sie sich besonders in den ersten Jahrzehnten ihrer Existenz um den Erhalt historischer Bestandteile der Anlagen, zum anderen verbreitete sie durch öffentliche Veranstaltungen den aufklärerischen Ideengehalt, der Grundlage der Entstehung der Anlagen im 18. Jahrhundert war.
Aus diesem Grunde wurde nach der Gründung des „Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung“ (IZEA) an der Universität Halle dort die Kommission angesiedelt und seitdem regelmäßig thematisch fokussierte Jahrestagungen durchgeführt. Die Geschäftsführung liegt seither am IZEA.
(G. Berg)






