Workshop: Adelheid Reinbold - Novellistik, Dramatik und Literaturkritik zwischen Romantik und Vormärz
Workshop
Adelheid Reinbold: Novellistik, Dramatik und Literaturkritik zwischen Romantik und Vormärz07. bis 08. Mai 2026Wiss. Leitung und Organisation: Dr. Jakob Christoph Heller
KurzbeschreibungDer Workshop widmet sich der Wiederentdeckung der Schriftstellerin Adelheid Reinbold (1800–1839), die heute weitgehend aus dem literarischen Kanon verschwunden ist. Trotz zeitweiliger Förderung durch Ludwig Tieck und positiver zeitgenössischer Resonanz blieb ihr schmales, aber vielseitiges Werk - bestehend aus einem historischen Roman, Novellen, Dramen, Lyrik sowie zahlreichen Rezensionen und Aufsätzen - in der Forschung bislang marginalisiert; lange reduzierte sie die Literaturwissenschaft darauf, eine bloße „Schülerin“ Tiecks zu sein.
Dieses Urteil will der Workshop revidieren. Er versteht Reinbolds Werk nicht als Anhängsel einer männlich dominierten Literaturgeschichte, sondern als eigenständige literarische Position, die zentrale gesellschaftliche Konfliktlinien ihrer Zeit reflektiert. Ihre Novellen und Dramen verhandeln Fragen von Stand und Geschlecht, thematisieren Klassen- und Geschlechterverhältnisse als Macht- und Gewaltstrukturen und entwerfen dabei komplexe Modelle sozialer Zugehörigkeit und individueller Handlungsräume. Zwischen konservativen und liberalen Denkfiguren positioniert, übt Reinbold eine subtile Institutionenkritik und erprobt literarische Formen, in denen weibliche Rollenentwürfe sichtbar und teilweise utopisch überschritten werden.
Der Workshop findet statt im Rahmen des von der Fritz-Thyssen-Stiftung geförderten Forschungsprojekts "Aushandlungen von Geschlecht und Klasse in den Novellen und Dramen Adelheid Reinbolds (1800-1839)"
Kontakt und weitere Informationen:
Tel.:+49 (0)345 55 21781
izea(at)izea.uni-halle.de