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Aktuelles

Neuer Vorsitzender der Dessau-Wörlitz-Kommission ist Prof. Dr. Andreas Pečar

Auf der jährlichen Versammlung der Dessau-Wörlitz-Kommission hat am 2.7.2026 die Wahl eines neuen Vorsitzenden stattgefunden:

In der Nachfolge von Prof. Dr. Dr. Gunnar Berg, der dieses Amt nach unzähligen Jahren aus Altersgründen abgibt, wählte die Kommission Prof. Dr. Andreas Pečar zum neuen Vorsitzenden.

Prof. Dr. Pečar ist Professor für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Martin-Luther-Universität. Die Geschichte von Anhalt gehört zu seinen Forschungs- und Lehrschwerpunkten.

Zusammen mit Dr. Paul Beckus ist Herr Pečar der Veranstalter der diesjährigen Jahrestagung der Kommission, die vom 3.-4. September 2026 im Historischen Gasthof "Zum Eichenkranz" in Wörlitz stattfindet und unter dem Titel steht "Jagd, Fürstenherrschaft und aufgeklärte Öffentlichkeit. Fürst Franz von Anhalt-Dessau im Kontext des Alten Reichs".

Die Dessau-Wörlitz-Kommission dankt Prof. Dr. Dr. Berg für sein unermüdliches und erfolgreiches Engagement für die Erforschung und Vermittlung des reichen Erbes des Gartenreichs Dessau-Wörlitz.

Die Dessau-Wörlitz-Kommission wurde 1957 gegründet. Gründungsvorsitzender war Prof. Dr. Erhard Hirsch.

Nachruf auf Dr. habil. Michael Niedermeier

Die Dessau-Wörlitz-Kommission

am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung

an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

trauert um

PD Dr. phil. habil. Michael Niedermeier 

verstorben am 1. April 2026 im 72. Lebensjahr.

Mit Michael Niedermeier verlieren wir eines unserer aktivsten Mitglieder. Von der Anglistik und der Germanistik kommend, zu Goethes „Wahlverwandtschaften“ 1983 promoviert, diese als die literarische Beschreibung einer „Gartenrevolution“ interpretierend, wurde der Landschaftsgarten im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts mit seinen vielfältigen Aspekten zu einem Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit. Er entwickelte sich zu einem ausgewiesenen Kenner und vielgefragten Interpreten der Entwicklung dieser Kunstform. Seine Habilitationsschrift „Erinnerungslandschaft und Geheimwissen. Inszenierte Memoria und politische Symbolik in der deutschen Literatur und den anderen Künsten (1650–1850)“, TU Berlin 2007, kennzeichnet einen ersten Höhepunkt seiner Beschäftigung mit diesem Thema, das er zielgerichtet weiter ausbaut.

Seine Tätigkeit in der Pückler-Gesellschaft und die damit verbundene Beschäftigung mit den von Fürst Pückler eingerichteten, heute grenzüberschreitenden Landschaftsgärten an der Oder sind dann auch der Anlass, ebenfalls transnational wirksam zu werden und besonders Ost-Mitteleuropa einzubeziehen. So ist es ihm zu verdanken, dass das bedeutende Gartenbuch der polnischen Fürstin und Gartengestalterin Izabela Czartoryska erstmals in deutscher Fassung durch die Pückler-Gesellschaft herausgegeben wurde: „Mancherlei Gedanken über die Art und Weise, Gärten anzulegen (1805/1808). Das Gartenbuch der Fürstin Izabela Czartoryska“, Weimar 2018.

Für die Dessau-Wörlitz-Kommission war es bedeutsam, ihn zur Mitarbeit zu gewinnen. Seit über zwanzig Jahren war er dort sehr aktiv tätig, nahm regelmäßig an den Sitzungen der Kommission teil, trug mit vielfältigen Anregungen zur Gestaltung der Programme bei und übernahm auch häufig Beiträge selbst, die durch ihre originellen Gedankengänge und die Brillanz des Vortrags immer zu den Höhepunkten der Tagungen gehörten. Als gegen Ende der 2010er Jahre die Idee entstand, in einer Tagung speziell ost-mitteleuropäische Gärten zu behandeln und zu diesem Zweck auch Kolleginnen und Kollegen direkt von dort einzuladen, war es besonders Michael Niedermeier, der neben Jana Kittelmann, Ingo Pfeifer und Andrea Thiele seine persönlichen Kontakte nutzte, um im Jahr 2021 eine qualitativ hochwertige Jahrestagung zu organisieren, deren Ergebnisse in dem Band „Über Gärten im Gespräch: Wechselwirkungen zwischen Landschaftsgärten des 18. und frühen 19. Jahrhunderts in Mittel- und Ostmitteleuropa“, Halle 2023, publiziert wurden, für dessen Qualität nicht zuletzt die Auszeichnung mit einem Deutschen Gartenbuchpreis 2024 steht.

Michael Niedermeier beschäftigte sich mit Gärten und Gartengestaltung interdisziplinär, beschränkte sich nicht auf einige wenige Aspekte, sondern war immer darauf bedacht, diese als Gesamtkunstwerk einschließlich der ideellen Hintergründe darzustellen. Als dann, angeregt durch erste Grabungen Harald Mellers und Franziska Knolls im Gartenreich, die Idee entstand, sich intensiver als bisher mit den oftmals verborgenen und meist auch vergessenen Relikten der sich auf die Vorzeit beziehenden Elementen in den anhaltischen Gärten zu befassen, hat Michael Niedermeier neben Andrea Thiele sofort Feuer gefasst und gemeinsam mit Harald Meller die Jahrestagung 2024 mit internationaler Beteiligung zum Thema „»Meinen Vorfahren«. Patriotische Inszenierung von Vorgeschichte und Archäologie im frühen europäischen Landschaftsgarten“ organisiert, womit dieses Thema nach gelegentlichen früheren Ansätzen erstmals durch Experten und Expertinnen sowohl der Kunstgeschichte als auch der Archäologie gemeinsam umfassend wissenschaftlich behandelt wurde.

Ein weiteres Thema, das Michael Niedermeier sehr am Herzen lag und für das er bereits das Konzept für eine Jahrestagung vorbereitet hatte, betrifft das Vermessungswesen im 18. Jahrhundert, das sich zu dieser Zeit rasant entwickelte und das naturgemäß auch für die Gartengestaltung eine große Bedeutung hatte. Es handelt sich um ein Thema, auf das er bereits bei seiner Dissertation gestoßen war, dessen Verwirklichung als DWK-Tagung er aber leider nicht mehr erleben kann, das nun nur noch als Vermächtnis eines äußerst regen und einfallsreichen Kommissionsmitglieds der Realisierung harrt.     

Die Kommission, aber letztlich alle Freunde der Gartenkunst, insbesondere ihrer symbolträchtigen Elemente, sowohl der offenkundigen als auch der verborgenen, werden den Ideenreichtum – einerseits einfühlende Phantasie, andererseits scharfsinnige Schlussfolgerung – sowie die profunden Kenntnisse Michael Niedermeiers sehr vermissen. Wir werden ihm ein ehrendes Angedenken bewahren!

 

Im Namen der Dessau-Wörlitz-Kommission

Prof. Dr. Dr. Gunnar Berg, Vorsitzender             Dr. Andrea Thiele, Geschäftsführerin

 

 

Dr. habil. Michael Niedermeier verstorben

Mit großer Bestürzung haben wir erfahren, dass Dr. habil. Michael Niedermeier, einer der profundesten Kenner des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs und eines der aktivsten Mitglieder unserer Kommission, am 1. April 2026 plötzlich verstorben ist. Wir werden seine bleibende, wertvolle Arbeit für und über das Gartenreich und im Rahmen unserer Kommission in Kürze an dieser Stelle ausführlicher würdigen.

Zum Nachruf auf Herrn Niedermeier auf der Webseite der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz: 

https://www.gartenreich.de/de/aktuelles/gartenreichbrief/fruehling-2026/449-nachruf-fuer-michael-niedermeier

 

 

Prof. Dr. Erhard Hirsch im 98. Lebensjahr verstorben

Die Dessau-Wörlitz-Kommission
am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung
an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
trauert um ihr Gründungsmitglied
 
Prof. Dr. phil. habil. Erhard Hirsch
 
verstorben am 14. Januar 2026 im 98. Lebensjahr.
 
Wir verlieren mit ihm die Persönlichkeit, die bereits in den 1950er Jahren die Bedeutung des Dessau-Wörlitzer Kulturkreises erkannt, dessen Erforschung betrieben und sich gegen viele Widerstände für die Wiederherstellung der dort im 18. Jh. entstandenen Anlagen in ihrer historischen Gestalt eingesetzt hat. Sein hartnäckiges Drängen und seine Standhaftigkeit führten 1967 zur Gründung der Dessau-Wörlitz-Kommission, in der es ihm gelang, bedeutende Persönlichkeiten der Universität sowie Vertreter der damaligen „Staatlichen Schlösser und Gärten Wörlitz“ für die Unterstützung dieses Vorhabens zu gewinnen und mit deren Hilfe manchen Frevel im Gartenreich zu verhindern.
 
Sein grundlegendes wissenschaftliches Werk ist heute noch unentbehrlich für viele neuere Forschungen und war eine der Grundlagen, das Dessau-Wörlitzer-Gartenreich im Jahr 2000 als Weltkulturerbe anzuerkennen.
 
Mit Erhard Hirsch verlieren wir eine Persönlichkeit, deren außerordentliches Lebenswerk eine große Wirkung entfaltet hat. Wir ehren sein Andenken durch Fortführen seiner Bemühungen zur Popularisierung der aufklärerischen Ideen, die im Gartenreich Gestalt angenommen haben.
 
Im Namen der Dessau-Wörlitz-Kommission
 
Prof. Dr. Dr. Gunnar Berg, Vorsitzender       Dr. Andrea Thiele, Geschäftsführerin
 
 
Zu einem ausführlichen Nachruf auf Prof. Hirsch bei Campus Halensis der Martin-Luther-Universität
 

Landesverdienstorden an Prof. Dr. Dr. Gunnar Berg

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff hat Prof. Dr. Dr.-Ing. Gunnar Berg, ehemaliger Rektor der MLU und Vizepräsident der Leopoldina, den Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt überreicht.

Er würdigte Berg am 1. April 2025 in der Leopoldina für seine großen Verdienste um die Wissenschaft in Sachsen-Anhalt.

https://www.campus-halensis.de/artikel/orden-gunnar-berg/

Prof. Berg leitet neben seinen zahlreichen Ehrenämtern und Verpflichtungen seit Jahren auch die Dessau-Wörlitz-Kommission

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