Jahrestagungen der Dessau-Wörlitz-Kommission
Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission 2026: Jagd, Fürstenherrschaft und aufgeklärte Öffentlichkeit
3.-4. September 2026
Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission
Jagd, Fürstenherrschaft und aufgeklärte Öffentlichkeit. Fürst Franz von Anhalt-Dessau im Kontext des Alten Reichs
Konzeption und Leitung: Dr. Paul Beckus und Prof. Dr. Andreas Pecar
Ort: Historischer Gasthof "Zum Eichenkranz", Oranienbaum-Wörlitz
Die Jagd war in der Frühen Neuzeit ein Standesvorrecht des Adels. Für die meisten Adligen war sie wesentlicher Bestandteil ihres Lebensstils, eine mitunter täglich ausgeübte Praxis und zugleich ein Mittel zur Repräsentation von Status und Herrschaft. Als kollektives Betätigungsfeld des Hofes prägte die Jagd, die eine Vielzahl an Bedienten, Experten, aber auch erhebliche Teile der Untertanenschaft einband und beschäftigte, den höfischen Alltag sowie die Lebenswelt zahlreicher Amtsträger, Bediensteter und Untertanen wie wenige andere Aktivitäten. Dies galt auch für den Fürsten Franz von Anhalt-Dessau und seinen Hof. Allerdings war die Jagdpraxis des Adels und der Fürsten im ausgehenden 18. Jahrhundert in die Kritik geraten: aufgrund der Schäden, die sie insbesondere auf landwirtschaftlichen Flächen hervorrief, und auch aufgrund eines zunehmend laut geäußerten Zweifels an deren Nützlichkeit und Sinnhaftigkeit. Die wachsende Bedeutung der politischen Öffentlichkeit führte auch und gerade auf dem Feld der adligen Jagd im Zeitalter der Aufklärung zu Anpassungen und Veränderungen.
Entsprechend soll auf der Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission das Thema der Jagd als Bestandteil adelig-fürstlicher Lebensführung ebenso wie der Herrschaftsrepräsentation in der Zeit der Aufklärung vergleichend und interdisziplinär diskutiert werden. Vier Aspekte stehen im Zentrum: 1. die Praxis der Jagd und deren Organisation im Kontext höfischer Strukturen, 2. die Debatte über die Jagd zwischen Gelehrsamkeit und politischer Öffentlichkeit, 3. die soziale und politische Bedeutung der Jagd im Sinne von Vergemeinschaftungsprozessen des Herrschers mit seinem persönlichen Umfeld sowie 4. die Jagd im Zusammenhang mit Fürstenherrschaft und Herrschaftsrepräsentation. Das Beispiel des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau wird dabei ebenso thematisiert wie andere Reichsfürsten und Territorien des Alten Reiches.
Mit Fragen wenden Sie sich bitte an Dr. Andrea Thiele: andrea.thiele(at)izea.uni-halle.de
22.–24. August 2024
Historischer Gasthof "Zum Eichenkranz"
„Meinen Vorfahren“. Patriotische Inszenierung von Vorgeschichte und Archäologie im frühen europäischen Landschaftsgarten

Als wichtige Gestaltungselemente integrierten im ausgehenden 18. Jahrhundert herrschaftliche Gartenbesitzer häufig im Umkreis entdeckte archäologische Bodenfunde oder darauf anspielende historisierende Artefakte in ihre Landschaftsgärten. Solche Zeugnisse der regionalen Vorgeschichte wurden als authentische Belege in das semantische Grundkonzept ihrer gartenkünstlerischen Schöpfungen angepasst. Das geschah meist gezielt mit der Absicht, sie als beweiskräftige Belege für den Zusammenhang eines bedeutenden „vaterländischen“ Altertums und einer sich aus der Landschaft ableitenden Abstammung des eigenen Geschlechts erscheinen zu lassen. Archäologische Monumente untermauern in den Gartenanlagen das dynastisch-genealogische Selbstbild und das in der Landschaft eingeschriebene uralte Herkommen des herrschenden Familiengeschlechts.
Die Dessau-Wörlitz-Kommission möchte die aktuell engen Beziehungen zwischen dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz dazu nutzen, die diesjährige Jahrestagung zu einem fächerübergreifenden Diskussionsforum zu machen. In der Tagung soll die angewandte archäologische Forschung mit den kultur- garten- und kunsthistorischen Wissenschaftsdisziplinen in einen produktiven Austausch treten; ausgehend vom Gartenreich Dessau-Wörlitz im Vergleich mit bedeutenden Landschaftsgärten in Europa.
Wiss. Leitung: Dr. habil. Michael Niedermeier und Prof. Dr. Harald Meller
Anmeldung, Kontakt und weitere Informationen:
31. August bis 2. September 2023
Historischer Gasthof "Zum Eichenkranz"
Poesie und Herrschaft. Literarische Repräsentation und Praxis in Dessau-Wörlitz und an anderen Höfen der Aufklärungszeit

Konzeption und Leitung: Christian Eger und Prof. Dr. Daniel Fulda




















